Fear of missing out – die Angst in 3 Schritten überwinden

Eine kurze Definition

„Fear of missing out“, kurz FOMO, ist in erster Linie ein gesellschaftliches Thema, welches durch das verstärkte Aufkommen von Vernetzung über soziale Netzwerke und den dafür genutzten Mobiltelefonen hervorgerufen wurde. Es zeigt sich in der Beklemmung und in der Angst, bei einer ungewöhnlichen Erfahrung oder bei einem anderen befriedigen Ereignis nicht dabei zu sein oder dieses zu verpassen. Personen, die unter FOMO leiden, prüfen sehr oft, was das soziale Umfeld von sich preisgibt, unternimmt und organisiert, um dann dort (fast zwanghaft) teilnehmen zu müssen – oder dann eben unter der Angst, etwas zu verpassen, leiden müssen.

Fear of missing out” ist auch im Training bekannt. Bei FOMO im Trading geht es darum, Angst zu verspüren, bei einem nächsten Trade nicht investiert zu sein und damit einen erwarteten Gewinn nicht mitzunehmen. Der Trader verspürt den intensiven Impuls, Trades einzugehen, obwohl möglicherweise objektive Gewinn-Voraussetzungen nicht geben sind.

“Fear of missing out” im Trading

FOMO kann sich zum Beispiel durch Overtrading zeigen. Mit Overtrading ist gemeint, dass der Trader in kurzer Zeit sehr viele Trades eingeht. FOMO kann auch der Grund sein, wieso Trader nach einem verlorenen Trade sofort wieder in dieses gleiche Wertpapier einsteigen und den nächsten Trade starten, um den vorherigen Verlust zu kompensieren.

Bei der Trade-Eröffnung zeigt sich FOMO dadurch, dass direkt in den Kurs rein gesprungen wird, anstatt auf einen Rücksetzer oder einen idealen Einstieg zu warten.

Warum FOMO dein Trading verschlechtert

“Fear of missing out” zwingt dich praktisch, (unreflektiert) neue Trades zu eröffnen. Eigentlich hast du heute oder in dieser Woche schon viel zu viel Geld verloren oder gewonnen, und solltest nun einfach nur noch die Finger am Körper behalten, statt weitere Trades zu eröffnen. Ich habe es selber erlebt, wie ich, befeuert durch einige gute Gewinne, das Gefühl von Unverletzlichkeit bekommen habe. Dann noch ein Trade, dann eine Serie von Verlusttrades. Der Gewinn von mehreren Wochen war damit dahin. Die hohe Frequenz und das unüberlegte Reinspringen in die Trades, getrieben durch “Ah, der Kurs dreht wieder, da MUSS ich dabei sein (Fear of missing out)” führt in dieser Kombination zu einem schnellen Rückgang des Tradingkontos.

Wieso FOMO im Trading unbegründet ist

Wenn du dir die Charts von beliebigen Werten anschaust, dann wirst du feststellen, dass immer wieder, in regelmäßigen Abständen Tradingmöglichkeiten entstehen. Wenn du mehr als ein Wertpapier beobachtest, wirst du feststellen, dass regelmäßig sogar attraktive Chancen entstehen. Da sich Kurse von Wertpapieren fraktal darstellen (kannst du die Zeiteinheit eines Charts erkennen, wenn keine Zeitangabe darauf steht?), wirst du auf allen Zeitebenen diese Chancen entdecken. Es gibt also keinen Grund, wieso du nicht annehmen solltest, dass in naher Zukunft wieder eine gute Chance auftauchen wird. Es lohnt sich also, einen erstbesten Kaufimpuls zu unterdrücken, und auf eine wirklich gute, zum Tradingplan passende Kauf- oder Verkaufschance zu warten.

Wie du FOMO in 3 Schritten überwinden kannst

FOMO tritt bei größeren Zeiteinheiten, zum Beispiel auf dem Monats- oder Tageschart eher selten auf. Beim Traden auf diesen Zeiteinheiten ist der Trader eher langsam unterwegs und hat schon gelernt, geduldig darauf zu warten, dass sich der Kurs dahin bewegt, wo er bereit ist, das Wertpapier zu kaufen. In kleineren Zeiteinheiten unterhalb des Tagescharts tritt FOMO häufiger auf, weil sich dort vermeintlich mehr Trading-Gelegenheiten ergeben.

  1. Eine Möglichkeit, mit “Fear of missing out” umzugehen ist deshalb, von kleinen auf deutlich größere Zeiteinheiten zu wechseln. Wenn du also eher auf dem 3-, 5- oder 15-Minuten-Chart unterwegs bist, bietet es sich an, auf den 1- oder 4-Stunden-Chart zu wechseln oder sogar nur noch auf dem Tageschart Trades einzugehen.
  2. Eine weitere Möglichkeit ist, sich als Trader eine Pause vorzuschreiben, die eingehalten werden muss, bevor ein neuer Trade eröffnet werden kann. Nach dem letzten Trade darf zum Beispiel erst wieder bei voller Stunde oder nach 30 Minuten ein Trade in diesem oder einem anderen Wertpapier eröffnet werden.
  3. Halte dich strikt an deinen Tradingplan und gehe nur Trades ein, die zu einem Setup passen – auch wenn du auf diese Setups warten musst