Optimaler Einstieg - meide die Spitzen

Optimaler Einstieg – clever schlägt gierig um das 3-fache

Optimaler Einstieg und der Skiurlaub

Ich fahre leidenschaftlich gerne Ski. Früher, in meinen 20iger-Jahren, fuhr ich mit meinen Kumpels in die großen Skigebiet dieser Welt – natürlich in die Skigebiete der Schweiz, aber auch nach Frankreich und als Best-of nach Kanada. Heute gehe ich dies ein wenig gemütlicher an, weil die Skigebiete familientauglicher sein müssen. Schließlich soll das Skifahren derart gestaltet sein, dass es ein optimaler Einstieg für den Nachwuchs ist.

Was wir aber damals schon gemacht haben, und heute immer noch tun: wir kaufen im Tal ein und feiern auf dem Berg. Wieso kaufen wir nicht auf dem Berg ein? Weil das Angebot auf dem Berg eingeschränkter und teurer als im Tal ist. Also, ab ins Tal zum Einkaufen!

Eingekauft wird im Tal

Nicht nur beim Skifahren, auch bei Wertpapierkäufen macht es maximal Sinn, im Tal einzukaufen. Was ist nun mit “Tal bei einem Wertpapier” als optimaler Einstieg gemeint? Lass es mich am Beispiel des Tagescharts von NZDUSD zeigen.

NZDUSD mit einer Buy-Limit-Order und einem CRV von ca. 3,5.

Der Kurs befindet sich auf Tagesbasis in einem Aufwärtstrend. Nun zeigt sich heute bei meiner Tagesplanung am frühen Morgen, dass der Kurs seit gestern (letzte weiße Kerze) massiv eingebrochen ist (letzte schwarze Kerze). Wenn ich nun gestern “auf dem Berg gekauft” hätte, wäre ich spätestens in der Hälfte der weißen Kerze ausgestoppt worden. Da ich jedoch meinem Ansatz “Eingekauft wird im Tal” folge, habe ich an der Oberkante des grünen Bereichs eine Buy-Limit-Order gesetzt, um, wenn der Kurs “zurück ins Tal läuft”, bei der Reaktion und dem erwarteten Dreh nach Norden (aggressiver Einstieg) mit dabei bin – für mich ein optimaler Einstieg.

Einen defensiveren Einstieg zeige ich am folgenden Bild am Beispiel vom Tageschart des USDJPY. Hier steige ich mit einer Sell-Stop-Order in den Trade ein, nachdem der Kurs im Tal war und eine Price-Action in Form einer Inside Bar stattgefunden hat. Das Tal ist bei diesem Trade rot markiert, weil wir uns in einem fallenden Markt befinden und der Wert verkauft werden soll.

USDJPY Daily mit einer Sell-Stop-Order und einem CRV von ca. 3,5.

Gefeiert wird auf dem Berg

Hoffentlich ist ein optimaler Einstieg im Tal gut gelungen, wenn nicht, musst du dir ein anderes Wertpapier ausgucken oder einfach noch weiter warten. Da ich weiß, dass ich am meisten Geld spare, wenn ich einen Trade NICHT eingehe, habe ich große Lust darauf, erst dann in einen Trade einzusteigen, wenn dieser erfolgsversprechend aussieht. Am Beispiel von Gold auf dem H4-Chart ist dies ganz gut erkennbar.

GOLD H4 mit einer Buy-Stop-Order und einem CRV von ca. 5.

Eingekauft wird im Tal, nachdem der Kurs in der grünen Zone reagiert und gedreht hat, geplanter Verkauf stünde bei der türkisfarbenen Supply-Zone oberhalb von 2030 an.

Wieso Spitzen gefährlich sind

Genau wie bei Skifahren, so sind auch beim Trading Spitzen gefährlich und potentielle Verletzungsrisiken. Bei Skifahren umfahre ich Spitzen, beim Traden lasse ich diese (für den Einkauf) aus. Denn meine Beobachtung hat mir gezeigt, dass gerade bei den Spitzen, wenn der Kurs so richtig schön nach oben und unten läuft, sehr oft genau dann Gewinnmitnahmen stattfinden und der Kurs für einen Moment zusammenfällt. Gerade dann, wenn der Kursverlauf richtig rausspitzt, wenn sehr lange Kerzen auftreten und das Momentum hoch ist, springen noch weitere Käufer (Verkäufer) auf die Rally auf, nur um dann zu sehen, wie der Kurs wie ein Hefeteig in sich zusammen fällt.

Down Under steht die Welt Kopf

Wie du in den obigen Beispielen gesehen hast, ist das “Tal” in einem Aufwärtstrend ein Rücksetzer (kurzfristig schwacher Preis), während in einem Abwärtstrend das Tal eine Anheber (kurzfristig starker Preis) ist. Wichtig ist, dass du dir merkst und dich daran hältst, dass du im Idealfall erst bei oder nach einem Rücksetzer oder einem Anheber in den Wert einsteigst, und aus Folge daraus, einfach mal warten darfst.